Ein kleines Kitten in Not – und Menschen, die genau richtig gehandelt haben.
Vor kurzem erreichte uns ein ganz besonderer Notfall. Touristen waren auf eine kleine Katze aufmerksam geworden und erkannten sofort: Dieses Kitten braucht Hilfe. Und was dann passiert ist, möchten wir unbedingt erzählen – denn genau so wünschen wir uns, dass Menschen handeln, wenn sie im Urlaub auf ein Tier in Not treffen.


Bei einem Ausflug haben Urlauber ein verhaltensauffälliges Kitten entdeckt, das offensichtlich Hilfe benötigt. Vor Ort wurde recherchiert, wer helfen könnte und sie sind auf unseren Verein, die CanariGatos gestoßen. Wir wurden kontaktiert und gefragt, wie geholfen werden kann. Sie haben ein Video geschickt, damit wir den Fall besser beurteilen können und es war sofort klar: Das Kitten braucht Hilfe! Es sah so aus, als ob das Kitten an Ataxie leidet – einer neurologischen Störung, die zu erheblichen Koordinations- und Bewegungsproblemen führt. Für eine solche Katze bedeutet das Leben draußen eine enorme Gefahr. Sie kann sich nicht normal bewegen, Gefahren nicht zuverlässig einschätzen und hat dadurch kaum eine Chance, sich selbst zu schützen. Zudem haben sie es in Kolonien auch sehr schwer und kaum eine Chance sich bei anderen Katzen durchzusetzen und an Futter zu kommen.
Und jetzt kommt genau das, was den Unterschied macht: Für diese Urlauber war die Sache damit nicht erledigt. Für sie war es selbstverständlich mit anzupacken und bei der Sicherstellung des Kittens zu helfen. So haben sie sich abends nochmal auf den Weg zur der Stelle gemacht, an de sie das Kleine gesichtet hatten. Sie legten sich auf die Lauer und haben es nach einiger Wartezeit geschafft das Kitten, das sich zwischen Mauersteinen versteckt hatte, sicherzustellen. Es wurden zudem noch Anwohner befragt, ob noch weitere Kitten bekannt sind, die gegebenenfalls auch Hilfe benötigen.
Bei der Sicherstellung des Kittens hat sich noch eine weitere Katze bemerkbar gemacht. Wir vermuten, dass es sich um die Mutter des Kleinen handelt, da sie schützend in seiner Nähe war. Daher ist es uns extrem wichtig an dieser Stelle nochmal zu betonen, dass immer das Umfeld genau beobachtet werden soll, bevor einfach so ein Kitten mitgenommen wird. Oftmals sind die Mutter oder Geschwister noch in der Nähe. Nach einem kurzen Austausch mit unserem Team stand fest: Die Mama kommt selbstverständlich auch mit. Beide in Transportboxen eingepackt sind sie dann nachts noch zu uns auf die Finca gefahren und haben die kleine Familie in die Hände einer unserer Pflegemamis übergeben.


Für uns ist dieses Engagement unglaublich wertvoll.
Unsere Pflegemamis und unser Team helfen, wo immer es möglich ist. Aber wir können nicht gleichzeitig überall sein. Gerade bei Notfällen sind wir deshalb auf Menschen angewiesen, die vor Ort sind und den ersten wichtigen Schritt übernehmen können.
Diese Urlauber haben genau das getan.
Sie haben hingeschaut.
Sie haben nachgefragt.
Sie haben sich informiert.
Sie haben uns gefunden.
Und vor allem: Sie haben selbst mit angepackt.
Genau das kann im Tierschutz den entscheidenden Unterschied machen. Auch wenn unsere Finca voll ist und wir eigentlich kaum noch Kapazitäten haben, versuchen wir bei echten Notfällen meistens irgendwie eine Lösung zu finden. Aber dafür müssen wir natürlich überhaupt erst die Möglichkeit bekommen zu helfen. Wenn Menschen vor Ort ein Tier sichern und zu uns bringen können, erleichtert das unsere Arbeit enorm und schenkt uns wertvolle Zeit und Möglichkeiten, uns um das Tier zu kümmern.
Deshalb möchten wir heute vor allem Danke sagen.
Danke an diese wunderbaren Urlauber, dass sie im Urlaub nicht weggeschaut haben.
Danke, dass sie Verantwortung übernommen haben.
Danke, dass sie nicht einfach gesagt haben: „Jemand wird sich schon kümmern.“
Und danke, dass sie verstanden haben, dass Hilfe manchmal damit beginnt, selbst aktiv zu werden.
Wir finden: Ihr habt alles richtig gemacht!
Und vielleicht ist genau das die wichtigste Botschaft dieser Geschichte: Wenn ihr im Urlaub ein Tier in Not seht, schaut bitte nicht weg. Beobachtet die Situation, fragt nach, informiert euch, kontaktiert einen örtlichen Tierschutzverein – und wenn ihr selbst sicher helfen könnt, packt mit an.
Denn manchmal braucht es nur Menschen, die nicht wegsehen, damit wir gemeinsam ein Leben retten können. Das kleine Kitten und seine Mama sind jetzt bei uns auf der Finca und bekommen die Hilfe, die sie brauchen.


Danke, dass ihr gezeigt habt, wie Tierschutz auch im Urlaub aussehen kann.
Hinsehen. Handeln. Helfen.
Ein Kommentar
Bitte immer hinsehen, wenn jemand in Not ist.
Gerade diese armen Katzen, die oftmals ignoriert werden im Urlaub, brauchen manchmal nur einen Menschen, der sich kümmert! Jeder kann Leben retten. Danke an alle, die hinsehen. Danke an die Pflegemamas, danke an alle, die im Hintergrund arbeiten! 😘
CanariGatos haben mir auch schon mehrfach geholfen im Urlaub. 🙏🏼🐈⬛❤️🐈